{"id":7883,"date":"2011-05-12T17:43:36","date_gmt":"2011-05-12T15:43:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=7883"},"modified":"2011-05-12T17:43:36","modified_gmt":"2011-05-12T15:43:36","slug":"zeithain-sowj-graberstatten","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=7883","title":{"rendered":"Zeithain (Sowj.Gr\u00e4berst\u00e4tten)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>01619 Zeithain &#8211; Sowjetische Gr\u00e4berst\u00e4tten<\/p>\n<p>Gedenkst\u00e4tte Ehrenhain Zeithain<\/p>\n<p>In  den Jahren 1941 bis 1945 wurden auf einem alten Truppen\u00fcbunsplatz  Zehntausende Soldaten aus der Sowjetunion, Italien und vielen anderen  L\u00e4ndern gefangengehalten. F\u00fcr Zehntausende war das Kriegsgefangenenlager  Stalag 304 (IV H) ein Ort des Todes. Hier liegen mindestens 33.000  sowjetische Kriegsgefangene.<br \/>\nDer Friedhof IV wurde Ende September  1944 angelegt. Hier liegen rund 1500 Kriegsgefangene davo 1000 in  Massengr\u00e4bern und 500 in Einzelgr\u00e4bern.<br \/>\nNach der Befreiung des Lagers wurden weitere verstorbenen Kriegsgefangene bestattet.<\/p>\n<p>Die toten italienische Kriegsgefangene wurden gr\u00f6\u00dftenteils nach dem Kriege in die Heimat \u00fcberf\u00fchrt und dort bestattet.<br \/>\nDie Gedenkst\u00e4tte geh\u00f6rt zur &#8222;Stiftung S\u00e4chsischer Gedenkst\u00e4tten und wird von dieser auch betreut.<\/p>\n<p>Wer  Gelegenheit hat sollte unbedingt diese Gedenkst\u00e4tte besuchen. Die  st\u00e4ndige Ausstellung kann nur einen kleinen Teil vermitteln was sich  w\u00e4hrend des Krieges hier abgespielt hat.<br \/>\nNach Berichten liegen unter  dem Areal des genutzten Parkplatzes noch weitere Tote. Eine Bergung wird  wohl aus Kostengr\u00fcnden nicht stattfinden.<\/p>\n<p>Zeithain, Jacobsthal, Friedhof II<\/p>\n<p>In  dem in der N\u00e4he des Bahnhofes Jacobsthal gelegenen Massengrab wurden  1941\/1942 etwa 9000 verstorbene sowjetische Kriegsgefangene aus dem  Lager Zeithain verscharrt.<\/p>\n<p>++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++<\/p>\n<p>SZ vom 22.Mai 2004<br \/>\nArtikel von Thomas Riemer<\/p>\n<p>&#8222;Der Tod hat Leben gebracht&#8220;<\/p>\n<p>56 Gr\u00e4ber von Kriegsgefangenen werden in Zeithain umgebettet \/ Suche war nach \u00fcber vier Jahren erfolgreich<\/p>\n<p>Vorsichtig  kratzt Erwin Kowalke den Schmutz von einer Marke aus Blech. Was er dann  darauf lesen kann, hat historischen Wert. Denn E.Kowalke ist  Deutschlands einziger hauptamtlicher Umbetter. Nahe des fr\u00fcheren  Kriegsgefangenenlagers Zeithain ist er in dieser Woche im Einsatz. Denn  nach 60 Jahren wurden hier 56 Gr\u00e4ber ehemaliger Gefangener entdeckt.<br \/>\n44 Polen und zw\u00f6lf Serben wurden hier beerdigt. In einer schlichten Holzkiste, aber mit allen Ehren.<\/p>\n<p>Bogumil  Kosciesza hat den Stein ins Rollen gebracht. Der 78-j\u00e4hrige geb\u00fcrtige  Pole war gleichfalls im Zeithainer Lager und musste 1944 zusehen, wie  sein 16-j\u00e4hriger Bruder Zygmunt nach einem Gehirnbluten starb, und  beigesetzt wurde. Das Grab zu finden, machte er sich zur Lebensaufgabe.  Inzwischend in Washington lebend, trieb Kosciesza alte englischen  Luftbilder auf. Dort waren die Grabstellen deutlich erkennbar. Anhand  aktueller Karten des Gebietes konnten sie dann endlich lokalisiert  werden.<\/p>\n<p>Seit Montag ist nun Erwin Kowalke am Werk. Rund 1,50  Meter tief muss er baggern, dann st\u00f6\u00dft er auf die Grabumrisse. Mit Hacke  und Schaufel holt er die verbliebenen K\u00f6rperteile aus dem Sand. &#8222;Die  B\u00e4ume haben sich Leben bei den Toten geholt&#8220;, sagt er und zeigt auf die  Wurzeln, die sich in die Gebeine gebohrt haben. Manchmal hat Kowalke  Gl\u00fcck, finden sich im Erdreich Ketten oder sogar die pers\u00f6nlichen  Erkennungsmarken. &#8222;Dann k\u00f6nnen wir die Leute ganz genau identifizieren&#8220;,  sagt Jens Nagel von der Gedenkst\u00e4tte Ehrenhain Zeithain.<br \/>\n305240:\u00a0  Nagel durchforstet eine Liste, in der alle Namen der Verstorbenen  enthalten sind. &#8222;Das ist Henryk Sikorski, geboren am 8 April 1891,  verstorben am 29.Oktober 1944&#8220;, gibt er dann zu Protokoll. Nach und  nach, beinahe im Stundentakt werden die Toten geborgen und in einer  schwarzen Kiste verstaut. Jedes St\u00fcck kann wichtig sein f\u00fcr die  Historiker.<\/p>\n<p>Schon einmal, zu Beginn der 90er Jahre, ist auf dem  Areal in Gr\u00f6\u00dfenordnungen nach verstorbenen Kriegsgefangenen gesucht  worden. W\u00e4hrend 1991 insgesamt 856 Italiener exhumiert und in ihre  heimat \u00fcberf\u00fchrt wurden, verblieben die Gr\u00e4ber der Serben und Polen auf  dem Zeithainer Platz. Die sp\u00e4te Suche hat nun dennoch Erfolg gehabt.<\/p>\n<p>&#8222;Grabstelle  28 k\u00f6nnte Zymunt Kosciesza geh\u00f6ren&#8220;, sagt Jens Nagel nach der  Durchsicht seiner Unterlagen. E.Kowalke macht sich schon wieder an die  Arbeit, be\u00e4ugt von sieben neugierigen M\u00e4nnern. Dann die ersten  Anzeichen. &#8222;Das hier war ein sehr junger Mann, noch keine 20 Jahre alt&#8220;,  sagt er schon nach Begutachtung von zwei drei Knochenteilen. Er sucht  weiter, auch nach Erkennungsmarke. Diesmal hat er kein Gl\u00fcck dabei. Aber  er ist sich sicher: &#8222;Das ist Zygmunt Kosciesza, daf\u00fcr unterschreibe  ich&#8220;. Kowalke beh\u00e4lt letztlich Recht. Im Sch\u00e4del wird jene Stelle  gefunden, wo sich die Granatsplitter hineingebohrt hatte. Beim Versuch,  ihn zu entfernen, war der Pole gestorben, hatte der Bruder in den USA  berichtet.<\/p>\n<p>Bis Anfang n\u00e4chster Woche will E.Kowalke alle 56  Grabstellen gefunden haben. Dann sind rund vier Jahre dauernde  Recherchen abgeschlossen. Die sterblichen \u00dcberreste von Zeithain werden  in den n\u00e4chsten Monaten f\u00fcr den allerletzten Weg vorbereitet. Der f\u00fchrt  auf den Soldatenfriedhof Neuburxdorf bei M\u00fchlberg.<br \/>\nDort soll evtl. am  2.Oktober die feierliche Umbettung erfolgen. Es w\u00e4re der 60.Jahrestag  des Warschauer Aufstandes, bei dem die meisten der 44 Polen Gefangene  wurden.<\/p>\n<p>++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++<\/p>\n<p>S\u00e4chsische Zeitung 16.07.2003<\/p>\n<p>Beitrag v. Peter Noack<\/p>\n<p>Im Zeithainer Wald steht jetzt ein Holzkreuz<br \/>\nVolksbund pflegt gemeinsam mit der Bundeswehr Gr\u00e4ber von Kriegsopfern<\/p>\n<p>Zahlreiche  Kriegsgr\u00e4ber befinden sich auf dem ehemaligen \u00dcbungsgel\u00e4nde der Roten  Armee in Zeithain. Weniger bekannt ist, dass auch Gr\u00e4ber aus dem Ersten  Weltkrieg darunter sind.<br \/>\nBereits im Juli 1996 hatte die  Drohnenbatterie 12 der Bundeswehr aus Hardheim den Sockel des  Friedhofdenkmals freigelegt. Im Lauf der Zeit hat sich die Natur das  Terrain wieder zur\u00fcckgeholt.<\/p>\n<p>Nachfragen von Hinterbliebenen waren  der Anlass f\u00fcr den Volksbund Deutsche Kriegsgr\u00e4berf\u00fcrsorge e.V. , den  alten Friedhof wenigstens begehbar zu machen. &#8222;Etwa 80 Opfer des ersten  Weltkrieges wurden hier beerdigt. Das Gel\u00e4nde soll als Erinnerungs-und  Mahnst\u00e4tte dienen. Es ist ein Teil der Zeithainer Geschichte der  unbedingt bewahrt werden muss&#8220;, erkl\u00e4rt Jochen Kindermann, der Leiter  der Landesgesch\u00e4ftsstelle Sachsen.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich befand sich bis  Ende des Krieges ein Lazarett in Zeithain, deren Todesopfer auf diesem  Friedhof die letzte Ruhe fanden. Bis 1945 wurden die Anlagen gepflegt  und verfielen w\u00e4hrend der Nutzung des \u00dcbungsgel\u00e4ndes durch die  Sowjetarmee. Nach dem Ende der DDR wurde der Volksbund auch in den neuen  Bundesl\u00e4ndern aktiv und begann mit der Pflege.<\/p>\n<p>In Zusammenarbeit  mit der Bundeswehr wurde in den vergangenen Tagen aufger\u00e4umt.  Oberfeldwebel Jan Pfau und Feldwebel Mario Richter vom Standort Zeithain  waren mit ihren Kameraden eine Woche im Einsatz. &#8222;Hier war Wald. Nur  der f\u00f6rster kannte sich aus. Wir mussten viel Gestr\u00fcpp beseitigen.  Zeitweise war schwere Technik im Einsatz, um das Gel\u00e4nde freizulegen&#8220;,  erz\u00e4hlt Jan Pfau. Auf den Sockel des ehemaligen Friedhofsdenkmals einem  wei\u00dfen Steinkreuze, das verlorenging, wurde ein Holzkreuz aufgestellt.<br \/>\nDie  Schneise im Wald l\u00e4sst erahnen, wo sich fr\u00fcher der Hauptweg befand. Ein  Meter lange Baumst\u00e4mme in f\u00fcnf Meter Abst\u00e4nden begrenzen ihn jetzt.  Links und rechts kann man unter dem Grasbewuchs leichte W\u00f6lbungen  erkennen, die die Lage der Gr\u00e4ber markieren.<\/p>\n<p>Am 5.August werden  junge Menschen aus 15 Nationen in einem Arbeitseinsatz die Pflege dieses  Friedhofes sowie der anderen Kriegsgr\u00e4ber in Zeithain fortsetzen.<\/p>\n<p>Ulla<\/p>\n<p><a rel=\"attachment wp-att-7884\" href=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=7884\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-7884\" title=\"Zeithain-Umbettung\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Zeithain-Umbettung-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Zeithain-Umbettung-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Zeithain-Umbettung.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; 01619 Zeithain &#8211; Sowjetische Gr\u00e4berst\u00e4tten Gedenkst\u00e4tte Ehrenhain Zeithain In den Jahren 1941 bis 1945 wurden auf einem alten Truppen\u00fcbunsplatz Zehntausende Soldaten aus der Sowjetunion, Italien und vielen anderen L\u00e4ndern gefangengehalten. 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