{"id":5858,"date":"2011-05-01T20:43:57","date_gmt":"2011-05-01T18:43:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=5858"},"modified":"2012-07-07T21:15:43","modified_gmt":"2012-07-07T19:15:43","slug":"kamminke","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=5858","title":{"rendered":"Golm-Kamminke"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>17419 Kamminke<\/strong><\/p>\n<p>Kamminke z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten Fischerd\u00f6rfern auf der Insel Usedom.<br \/>\nUnmittelbar am \u00f6stlichen Rand der Gemeinde verl\u00e4uft die Grenze zu Polen.<br \/>\nAm 12. M\u00e4rz 1945 bombardierten 671 amerikanische Bomber die in der N\u00e4he liegende Stadt Swinem\u00fcnde. Die dabei get\u00f6teten 23.000 Menschen wurden auf dem Golm und in dessen N\u00e4he beerdigt. Das Gel\u00e4nde wurde bis dahin bereits als Soldatenfriedhof genutzt.<br \/>\nDie Toten, die meisten davon nicht identifiziert, wurden auf dem Friedhof &#8222;Am Golm&#8220; bestattet.<br \/>\nNach dem Krieg wurden die Bem\u00fchungen um eine w\u00fcrdige Gestaltung dieses Ortes nicht verwirklicht. Eine Aufstellung der Skulptur \u201eDie Frierende Frau im Soldatenmantel\u201c wurde jahrelang verhindert. Erst 1984 wurde diese aufgestellt.<br \/>\nEin im April 1954 errichtetes 13 Meter hohes Holzkreuz wurde wenige Tage nach der Aufstellung von unbekannten T\u00e4tern zerst\u00f6rt.<br \/>\nAuf Bronzetafeln werden die bekannten Namen genannt.<br \/>\nDer Friedhof &#8222;Auf dem Golm&#8220; ist die zweit gr\u00f6\u00dfte Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte , neben Halbe, in Deutschland.<br \/>\n2000 \u00fcbernahm der Volksbund die Pflege und Erhaltung dieser St\u00e4tte.<\/p>\n<p>2.Teil<\/p>\n<p>Ein Reisebericht von Hubert M. :<\/p>\n<p>Soldatenfriedhof Golm -Insel Usedom Deutschland<\/p>\n<p>Ich bin im Februar 2008 einige Tage auf Usedom unterwegs gewesen und wir haben unteranderem das Gr\u00e4berfeld des Soldatenfriedhofs f\u00fcr Marinesoldaten und Fl\u00fcchtlinge des Zweiten Weltkriegs am Golm besucht. Auf diesem Gr\u00e4berfeld das im einem Naturschutzgebiet angelegt wurde sind 23.000 Gefallene zur Ruhe gebettet.<\/p>\n<p>Der Golm (69m), in einem herrlichen Naturschutzgebiet direkt an der polnischen Grenze gelegen,ist die h\u00f6chste Erhebung auf der Insel Usedom.<br \/>\nIn der Mitte des 18.Jahrhunderts entwickelte sich der bronzezeitliche Burgwall durch die Gr\u00fcndung der preusischen Hafenstadt Swinem\u00fcnde zu einem beliebten Ausflugsziel.Vor allem Einheimische trafen sich in &#8222;Onkel Toms H\u00fctte &#8222;auf dem Golm,an dessen Fu\u00df sich ein Bahnhaltepunkt befand.<\/p>\n<p>Die furchtbaren Ereignisse des Zweiten Weltkriegs hinterliesen in dieser idyllischen Landschaft traurige Spuren. Im Sommer 1944 entstand auf halber H\u00f6he auf dem Golm ein Soldatenfriedhof. Mehr als 250 Marinesoldaten, so die Besatzung eines gesunkenen U-Boots, und mindestens 1 000 Angeh\u00f6rige von Heer und Luftwaffe fanden hier bis Kriegsende ihre letzte Ruhe.<br \/>\nAnfang M\u00e4rz 1945 war Swenem\u00fcnde mit Fl\u00fcchtlingen und Soldaten \u00fcberf\u00fcllt. Am \u00f6stlichen Swineufer warteten kilometerlange Trecks auf die \u00dcberfahrt. Im Hafen lagen etliche voll besetzte Fl\u00fcchtlingsschiffe aus Hinterpommern. Auf dem Bahnhof standen \u00fcberf\u00fcllte Lazarett- und Fl\u00fcchtlingsz\u00fcge zur Abfahrt bereit, als 671 amerikanische Bomber am 12 M\u00e4rz die Stadt mit ungeheurer Bombenlast in ein brennendes Inferno verwandelten. Der Angriff galt dem Hafen der auch von der Kriegsmarine intensiv genutzt wurde. Nach Sch\u00e4tzungen starben bis zu 20.000 Menschen in der Mittagsstunde des 12.M\u00e4rz 1945. Es blieb kaum Zeit f\u00fcr die Registrierung der Toten. Die Front war nahe und weitere Fl\u00fcchtlinge str\u00f6mten in die stark zerst\u00f6rte Stadt. Manches Opfer fand seine letzte Ruhest\u00e4tte in Bombentrichtern und auf Friedh\u00f6fen der Stadt. Mehrere tausend Bombenopfer wurden mit Pferdegespannen und Lastkraftwagen zum Golm gebracht.<\/p>\n<p>Nur einzelne Angeh\u00f6rige k\u00fcmmerten sich in den ersten Nachkriegsjahren um die Gr\u00e4ber,da die meisten in den Westen gezogen waren.<\/p>\n<p>Seit 1950 bem\u00fchten sich Vertreter der ev.Kirche um den in der Zwischenzeit stark verwilderten Friedhof und rangen mit regionalen staatlichen Stellen der DDR um eine angemessene Form des Gedenkens auf dem Golm und um eine w\u00fcrdige Gestaltung der Anlage. Die 1952\/53 von dem Bansiner Bildhauer Rudolf Leptin angefertigte Skulptur &#8222;Die Frierende&#8220;(siehe Bild) durfte nicht aufgestellt werden ,weil die k\u00fcnstlerische Aussage nicht der Linie der Partei entsprach. Erst 1984 fand die Plastik des schon 1953 nach Westberlin geflohenen K\u00fcnstlers durch eine spontane private Initiative ihren Platz auf dem Golm.<\/p>\n<p>&#8222;Unbekannte T\u00e4ter &#8222;,so die offizielle Verlautbarung,s\u00e4gten im Fr\u00fchjahr 1954 ein kurz zuvor auf kirchliche Initiative installiertes 13 Meter hohes Holzkreuz ab und zerst\u00f6rten es.<\/p>\n<p>Das Denkmal mit dem m\u00fchsamen Aufstieg \u00fcber zw\u00f6lf Betonstufen ,die f\u00fcr die Jahre der NS-Herrschaft stehen, blieb unvollendet. Ein auf der Innenseite geplantes Relief kam nicht zur Ausf\u00fchrung. Die Worte Johannes R.Bechers\u00a0 &#8222;Das nie eine Mutter mehr ihren Sohn beweint&#8220; fordert uns auf, Gewalt und Kriege zu verhindern.<br \/>\nAm Wegeaufgang weist ein f\u00fcnf Meter hohes Holzkreuz auf die Gedenkst\u00e4tte hin und mahnt uns in Sichtweite der polnischen Grenze zur Vers\u00f6hnung \u00fcber Gr\u00e4ber und Grenzen hinweg<\/p>\n<p>Quelle:Faltblatt Volksbund<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-5858 gallery-columns-4 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5861'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Golm-die-Frierende-014-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5865'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Golm-Gr\u00e4berplan-02-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5867'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Golm-Inschrift-Rundbau-09-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5864'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Golm-Gr\u00e4berfeld-013-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5863'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Golm-Gedenktafeln-05-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5866'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Golm-Hinweisplatte-03-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5862'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Golm-Gedenkplatte-Marineangeh\u00f6rige-07-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5868'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/Golm-Namentafel-Identifizierte-04-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; 17419 Kamminke Kamminke z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten Fischerd\u00f6rfern auf der Insel Usedom. 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