{"id":5446,"date":"2011-04-30T17:21:42","date_gmt":"2011-04-30T15:21:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=5446"},"modified":"2015-12-28T21:57:34","modified_gmt":"2015-12-28T20:57:34","slug":"halbe","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=5446","title":{"rendered":"&#8211; Waldfriedhof"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>15757 Halbe<\/strong><\/span> <strong>Waldfriedhof<\/strong><\/p>\n<p>Ein Gemeinschaftsbeitrag von Hubert, Zirkulon, Ulla und Thomas\u00a0<a href=\"http:\/\/g-bb.jimdo.com\/\">Gefallenendenkm\u00e4ler Berlin\/Brandenburg<\/a>\u00a0(2006-2011)<\/p>\n<p>Der Waldfriedhof in Halbe ist mit \u00fcber <strong>28.000 Toten<\/strong> die gr\u00f6\u00dfte deutsche Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte Deutschlands.<\/p>\n<p>Es konnten\u00a0<strong>2130 Kriegstote<\/strong> in die <a href=\"http:\/\/s2wk.gedenk-tafel.de\/comb\/\">Datenbank<\/a> eingepflegt werden. (Stand: 07.10.2013)<\/p>\n<address>Im Block 3 ruhen 210 Unbekannte \u2020\u00a0April 1945<\/address>\n<address>Im Block 4 ruhen 434 Unbekannte \u2020\u00a0April 1945<\/address>\n<address>\u00a0<\/address>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-5446 gallery-columns-4 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5453'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/P1010095-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5449'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/img055-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5447'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/P5244708-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=22773'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Gr\u00e4ber-Halbe-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5450'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/img056-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5451'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/img060-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=5448'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/P5244754-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=22774'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Ketschendorf-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p><strong>Aus der Geschichte der Kesselschlacht von Halbe<\/strong><\/p>\n<p>(Auszugsweise aus einem Bericht von J.v.Flocken, M.Klonovsky, Chr.M\u00fcnter)\u00a040 km vor den Toren Berlins tobte in den letzten Tagen des April 1945 eine vernichtende Schlacht. Es schien damals, als sollte noch kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges alles aufgeboten werden, was dieses V\u00f6lkermorden an Schrecken und Entsetzen zu bieten h\u00e4tte.\u00a0Am 16.April 1945 begann die Berliner Angriffsoperation der Roten Armee.\u00a0Vier Tage sp\u00e4ter ging die 1.Belorussisches Front unter Marschall Schukow zur Offensive gegen die Reichshauptstadt vor.\u00a0Gemeinsam mit Truppen der 1.Ukrainischen Front schloss sie am 23\/24.April einen riesigen Kessel um das Gebiet von Halbe und L\u00fcbben. Darin befanden sich gro\u00dfe Teile der deutschen 9.Armee und der 4.Panzerarmee, ungef\u00e4hr 200.000 Mann.\u00a0Die Lage der Eingeschlossenen war hoffnungslos. Ein Kapitulationsangebot der russischen Seite lehnte der Befehlshaber der 9.Armee, General Theodor Busse, ab. Damit war das Schicksal der Eingeschlossenen besiegelt.\u00a0Alles auf eine Karte setzend wurden in der Nacht vom 28.zum 29.April die noch kampff\u00e4higen Teile der 9.Armee zu einem letzten Durchbruchsversuch auf engstem Raum um M\u00e4rkisch-Buchholz, Hermsdorf und Halbe formiert. Erst am 1.Mai 1945 schwiegen im Kessel von Halbe die Waffen. mehr als 40.000 Tote blieben zur\u00fcck.\u00a0In den folgenden Wochen wurden die Gefallenen an Ort und Stelle begraben. an den Arbeiten beteiligten sich fast alle Einwohner von Teupitz und halbe, deutsche Kriegsgefangene und sowjetische Soldaten. Von Mai bis Juni mu\u00dften Tausende nichts weiter tun als Leichen, Leichteile und Tierkadaver zu begraben. Viele Soldaten und Zivilpersonen waren durch Geschosse v\u00f6llig zerissen worden, andere waren durch Panzer und fl\u00fcchtende Fahrzeugkolonnen bis zur Unkenntlichkeit zerquetscht. In den W\u00e4ldern und an den Wegr\u00e4ndern entstanden so zahlreiche provisorische Grabst\u00e4tten.\u00a0Von den Toten konnte zun\u00e4chst nur ein ganz geringer Teil identifiziert werden. Meist blieb keine Zeit, den gefallenen Soldaten ihre Erkennungsmarken abzunehmen.<\/p>\n<p><strong>Entstehung des Waldfriedhofes Halbe<\/strong><\/p>\n<p>Erst 1951, sechs Jahre nach der Kesselschlacht,wurde damit begonnen, die im weiten Umkreis von Halbe verstreut liegenden Gr\u00e4ber auf einem Zentralfriedhof zu vereinigen.<br \/>\nDiese aktion ging vor allem auf das hartn\u00e4ckige und unerm\u00fcdliche Wirken des Ortsgemeindepfarrers Ernst Teichmann (1906-1983) zur\u00fcck.\u00a0Er hatte bei einem Besuch in Halbe die provisorischen Gr\u00e4ber gesehen und von den zahllosen Toten in der Umgebung geh\u00f6rt. Im September 1951 lie\u00df er sich von Schierke nach Halbe versetzen. Unter tatkr\u00e4ftiger Hilfe der Bev\u00f6lkerung und gegen den anf\u00e4nglichen Widerstand \u00f6rtlicher Beh\u00f6rden schloss er die Registrierung der bisher bekannten Gr\u00e4ber ab.\u00a0In Verbindung mit dem Suchdienst des DRK konnten viele toten nachtr\u00e4glich identifiziert werden. Von etwa 8000 der mehr als 22.000 Begrabenen wurden Namen und Geburtsdatum ermittelt.<br \/>\nGanz in der N\u00e4he von Halbe befand sich ein Waldgel\u00e4nde von 7 Hektar, gro\u00df genug, um bis 1956 alle vorgesehenen Umbettungen aus der Gegend des Kessels aufzunehmen.\u00a0Jahr f\u00fcr Jahr finden noch Gefallene des Zweiten Weltkrieges in Halbe ein w\u00fcrdiges Grab. So wurde am 2.Dezember 1988 auf dem Schie\u00dfplatz in Teupitz bei Schachtarbeiten ein Skelett mit Erkennungsmarke gefunden. Daneben lag ein Zigarettenetui mit der Gravierung&#8220;Irma Weihn.40&#8243;. Die sterblichen \u00dcberreste des Gefallenen wurden in halbe begraben.<br \/>\nIm April 1989 gelang es dem Suchdienst des DRK, den Toten zu identifizieren. Es handelt sich um den Soldaten helmut Leineweber geb.26.12.1926, Angeh\u00f6riger der Stabskompanie des Grenadier-Ersatzbataillons Nr.377. Seine Einheit war Anfang April im Raum Diedersdorf (Kr.lebus) eingesetzt. Auch er wurde ein Opfer der Schlacht von Halbe, und man muss annehmen, dass noch viele weitere Tote unerkannt unter der Erde m\u00e4rkischer W\u00e4lder liegen.<\/p>\n<p><strong>Internierungslager Ketschendorf<\/strong><\/p>\n<p>Das Grabfeld IX symolisiert eine andere Tragik unserer Geschichte. Kurz nach der umbettungsaktion von 1951, die auf Dr\u00e4ngen des Pfarrers schlie\u00dflich von der damaligen Landesregierung Brandenburg unterst\u00fctzt wurde, traf in Halbe ein Transport von Toten ein, die nicht im Zweiten Weltkrieg ums Leben kamen, sondern nach 1945 in einem Konzentrationslager auf deutschem Boden verhungerten.\u00a0S\u00fcdlich von F\u00fcrstenwalde befand sich vom April 1945 bis Februar 1947 das sowjetische Speziallager 5 Ketschendorf.<br \/>\nZwischen 18.000 und 20.000 H\u00e4ftlinge wurden dort gefangen gehalten, darunter viele Jugendliche. Von den fast 2000 Jugendlichen starben mehr als die H\u00e4lfte an Hunger und Seuchen.<br \/>\nUnter den erb\u00e4rmlichen Haftbedingungen starben mindestens 6000 Menschen in diesem Lager. Sie wurden in Massengr\u00e4berns zwischen dem Lager und der Autobahn verscharrt. Als 1951 an dieser Stelle Ausschachtungen f\u00fcr Fundamente begannen, stie\u00df man schnell auf Hunderte Leichen. Um Aufsehen zu vermeiden, wurde das Gel\u00e4nde abgeriegelt, die Toten sollten m\u00f6glichst ger\u00e4uschlos umgelagert werden.\u00a0Pfarrer Teichmann erfuhr von einem Amtsbruder \u00fcber die Vorg\u00e4nge in Ketschendorf. Er setzte sich daf\u00fcr ein das die Toten in Halbe bestattet werden. Vom M\u00e4rz bis Mai 1952 kamen mehr als drei\u00dfig mal Lastwagen mit Holzkisten nach Halbe. Die mit der Umbettungsaktion beauftragte Firma L\u00f6ffler aus Belzig, hatte keinen Auftrag die Toten zu z\u00e4hlen. Danach mu\u00df man annehmen das die Zahlenangaben auf den Grabsteinen mit Sicherheit nicht stimmen.<br \/>\nAlle Beteiligten wurden absolutes Stillschweigen \u00fcber diese Umbettung auferlegt. Der Volksbund \u00fcbernahm 2001 die Instandhaltung und Pflege der Kriegsgr\u00e4bergr\u00e4berst\u00e4tte in Halbe. Hier ruhen neben 22.300 Opfern der Kesselschlacht, deutsche Soldaten und Zivilpersonen, rund 6000 Opfer des sowj.NKWD-Internierungslagers Ketschendorf, von der Wehrmachtsjustiz verurteilte und hingerichtete Soldaten sowie ausl\u00e4ndische Internierte und Zwangsarbeiter.\u00a0Bis heute werden immer wieder geborgene Tote aus der Umgebung von Halbe hier beigesetzt.\u00a0Etwa 2007 wurden die stark verwitterten Grabplatten ausgetauscht. Den Umstand das man die Aufschrift der Grabplatten &#8222;zivilisiert&#8220; hat findet in der Bev\u00f6lkerung wenig Zustimmung und st\u00f6\u00dft immer wieder auf Unverst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p><strong>Hier noch der Reisebericht von Hubert<\/strong>. Die Fotos sind von Zirkulon und Hubert.<br \/>\nHabe mit meiner Frau als Abschluss des Jahres 2006 eine Reise nach Berlin gemacht und wir fanden uns zu einer Einbettung von 15 gefallenen Soldaten auf dem Waldfriedhof in Halbe Nr.103 Kreis Dahme-Spreewald ein. Halbe liegt ca.30 km s\u00fcdlich von \u00a0Berlin.In Halbe Waldfriedhof ruhen \u00fcber 28.000 Soldaten und Kriegstote des weitenWeltkriegs.\u00a0 Von den 15 Toten Soldaten konnten sogleich 3\u00a0identifiziert\u00a0werden. Erst 1953 , 8 Jahre nach der Kesselschlacht,wurde damit begonnen ,die im weiten Umkreis von Halbe verstreut liegenden Gr\u00e4ber auf einem Zentralfriedhof zu vereinigen.Diese Aktion ging vor allem auf das hartn\u00e4ckige und unerm\u00fcdliche Wirken des Ortsgemeindepfarrers Ernst Teichmann (1906-1983)zur\u00fcck.Unter tatkr\u00e4ftiger Hilfe der Bev\u00f6lkerung und gegen den anf\u00e4nglichen Widerstand \u00f6rtlicher Beh\u00f6rden schlo\u00df er die Registrierung der bisher bekannten Gr\u00e4ber ab. Der Waldfriedhof ist eine der gr\u00f6\u00dften Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tten Deutschlands.Nach wie vor finden in Halbe Beisetzungen statt.J\u00e4hrlich werden bis zu 200 Gefallene hierher umgebettet.In Halbe sind 4400 Opfer des stalinistischen Internierungslagers Ketschendorf sowie ausl\u00e4ndische Internierte und Zwangsarbeiter bestattet.<br \/>\nDie Fotos stammen vom 02.11.2006<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; 15757 Halbe Waldfriedhof Ein Gemeinschaftsbeitrag von Hubert, Zirkulon, Ulla und Thomas\u00a0Gefallenendenkm\u00e4ler Berlin\/Brandenburg\u00a0(2006-2011) Der Waldfriedhof in Halbe ist mit \u00fcber 28.000 Toten die gr\u00f6\u00dfte deutsche Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte Deutschlands. Es konnten\u00a02130 Kriegstote in die Datenbank eingepflegt werden. 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