{"id":4672,"date":"2011-04-26T20:57:36","date_gmt":"2011-04-26T18:57:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=4672"},"modified":"2013-07-14T20:52:03","modified_gmt":"2013-07-14T18:52:03","slug":"cottbus-sielow","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=4672","title":{"rendered":"&#8211; Sielow"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">03055 Cottbus &#8211; <strong>OT Sielow<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Der Ort Sielow wurde 1994 nach Cottbus eingemeindet.<\/p>\n<p>Um die Jahrhundertwende wurde f\u00fcr Kavallerieoffiziere eine Reit-und Rennbahn gebaut. Hier wurden Reiterspiele und Hindernisrennen veranstaltet.<br \/>\nAuf dem Gel\u00e4nde zwischen Spreewaldbahntrasse und alter Burger Chaussee baute man einen Flugplatz. Hier bildete man Piloten und Bordsch\u00fctzen aus. Da die Flugtechnik noch nicht ausgereift war gab es zahlreiche Flugzeugabst\u00fcrze, so st\u00fcrzten auch 2 Flugzeuge direkt ins Dorf. Die Piloten starben dabei aber die Bewohner blieben gl\u00fccklicherweise unverletzt.<br \/>\nAuf Anordnung der Siegerm\u00e4chte mu\u00dfte der Flugplatz nach Kriegsende abgerissen werden, jedoch lagen 1921 ca. 220 zerst\u00f6rte Flugzeuge auf dem Gel\u00e4nde.<br \/>\nAuch einen Schie\u00dfplatz hatte man zu Ausbildungszwecken angelegt.<br \/>\nIm 1.Weltkrieg kehrten von 259 eingezogenen M\u00e4nnern 51 nicht mehr nach Hause zur\u00fcck. Wie in jedem Krieg hatten die Frauen die gr\u00f6\u00dfte Last zu tragen. Sie mu\u00dften einen Gro\u00dfteil der Arbeit tragen und hatten allein f\u00fcr die Kinder zu sorgen.<br \/>\nF\u00fcr schwere Arbeit wurden russische Kriegsgefangen herangezogen. Neben dem Rennbahngel\u00e4nde wurde bereits 1914 ein Gefangenenlager eingerichtet. Durch eine Epidemie 1915 starben hier 500 Kriegsgefangene auch der betreuende Arzt Dr.Prowaczek einen qualvollen Tod. Sie wurden auf dem ehemaligen Russenfriedhof im Walde vor Schmellwitz beigesetzt. Mit der Entlassung der letzten Kriegsgefangenen am 21.01.1921 wurde das Lager geschlossen. 16 deutsche Frauen verlie\u00dfen damals mit den Gefangenen Deutschland.<\/p>\n<p>Mit Beginn des 2.Weltkrieges wurde das als Arbeitslager genutzte Geb\u00e4ude zur Aufnahme polnischer Kriegsgefangener und internierte Zivilpersonen reaktiviert.<br \/>\n130 Sielower Einwohner bezahlten im Zweiten Weltkrieg mit ihrem Leben.<br \/>\n1940 begann die Einquartierungszeit durch die Wehrmacht. Beide S\u00e4le der Gastst\u00e4tten wurden mit Rekruten und Rekonvaleszentren einer Ersatzkompanie des Regiments &#8222;Gro\u00dfdeutschland&#8220; belegt.<br \/>\nDer nahe liegende Flugplatz war seit 1944 Ziel anglo-amerkanischer Luftangriffe und seit Januar 1945 auch sowjetischer Jagdbomber.<br \/>\nErst die Kampfhandlungen zwischen dem 22.und 24.4.1945 f\u00fchrten zu Zerst\u00f6rungen im Dorf. 48 deutsche und 50 russische Soldaten verloren hier ihr Leben sowie 9 Zivilpersonen. Was nicht zerst\u00f6rt war, besch\u00e4digten oder zerst\u00f6rten die russischen Besatzer. Die Bev\u00f6lkerung stellte eine Art &#8222;B\u00fcrgerwehr&#8220; auf, die den Bewohnern zur Hilfe eilten wenn wieder nachts die Rotarmisten als R\u00e4uber unterwegs waren. Dabei wurden zwei Sielower B\u00fcrger erschossen.<br \/>\nLeidvolle Zeiten waren die schweren Zeiten 1946\/47. Die Tuberkulose forderte ihre Todesopfer, die Sorge um die noch nicht zur\u00fcckgekehrten M\u00e4nner bestimmte ihr Leben.<\/p>\n<p>Die Denkmalsweihe f\u00fcr das Kriegerdenkmal f\u00fcr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges am 16.10.1921 war eine erhebende Feier. Pastor Schmidt hielt die Weihrede. Es wurden die 51 Namen verlesen, ein Kapelle spielte &#8222;Jusus meine Zuversicht&#8220;, eine Ehrensalve und das gemeinsame Lied &#8222;Ich hatt einen Kameraden&#8220; beschlossen die Einweihung.<\/p>\n<p><strong>Denkmal aus dem Napolionischen Krieg 1813<\/strong><\/p>\n<p>Am 16.Juli 2013 j\u00e4hrt sich 200sten Mal die Desertation von 5 jungen Soldaten aus dem westf\u00e4lischen Regiment der franz\u00f6sischen Armee, die hier hingerichtet wurden. Das Denkmal steht heute am Fehrower Weg\/Ecke Philipp-Reis-Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; 03055 Cottbus &#8211; OT Sielow Der Ort Sielow wurde 1994 nach Cottbus eingemeindet. 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