{"id":4302,"date":"2011-04-24T15:08:44","date_gmt":"2011-04-24T13:08:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=4302"},"modified":"2011-07-30T19:43:07","modified_gmt":"2011-07-30T17:43:07","slug":"kreisfreie-stadt-hagen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=4302","title":{"rendered":"Kreisfreie Stadt: HAGEN"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Verwaltungssitz: <strong>58095 Hagen<\/strong>, Rathausstra\u00dfe 11<\/p>\n<p>*****************************************************************<\/p>\n<p>Auf 19 Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tten im Stadtgebiet von Hagen ruhen insgesamt 3.396 Tote<br \/>\naus beiden Weltkriegen. Die gr\u00f6\u00dften Anlagen befinden sich in Altenhagen,Delstern, Haspe, auf dem Remberg und in Vorhalle.<\/p>\n<p>Bei den Toten aus dem Ersten Weltkrieg handelt es sich um Verstorbene aus den<br \/>\nHagener Lazaretten. Die Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tte ist in Kreuzesform angelegt.<\/p>\n<p>Im Zweiten Weltkrieges wurde Hagen mit zum Kernpunkt des sogenannten<br \/>\nRuhrkessels. Mit seinen Industrieanlagen (z.B. VARTA-Werk, das u.a. Batterien<br \/>\nf\u00fcr U-Boote herstellte) und Verkehrsknotenpunkten der Eisenbahn in und um die<br \/>\nStadt (Vorhalle, Hengstey, Heubing, Eckesey) galt Hagen schon bald nach<br \/>\nKriegsbeginn in Erwartung von Fliegerangriffen als \u201eWartegau\u201c. Hagen wurde von<br \/>\n60 registrierten Luftangriffen heimgesucht, darunter vier Gro\u00dfangriffe, und<br \/>\nzwar am 1. Oktober 1943, 2. Dezember 1944, 28. Februar 1945 und am 15. M\u00e4rz<br \/>\n1945. Wie viele Menschen bei den Bombardements, bei denen u.a. auch Napalm<br \/>\neingesetzt worden sein soll, ihr Leben verloren, ist nicht genau bekannt. Unter<br \/>\nihnen befanden sich auch zahlreiche Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter &#8211; vor<br \/>\nallem aus Osteuropa -, die, wie vielerorts im damaligen Deutschen Reich \u00fcblich,<br \/>\nin r\u00fcstungswichtigen Betrieben, in der Landwirtschaft oder zu Festungs- und<br \/>\nInstandsetzungsarbeiten eingesetzt worden waren.<br \/>\nViele Menschen suchten in Bunkern und im Goldberg-Tunnel in Hagen-Wehringhausen<br \/>\nSchutz vor den Bomben.<\/p>\n<p>Den wohl schwersten Luftangriff erlebte die Stadt am 15. \/ 16. M\u00e4rz 1945. Die<br \/>\nInnenstadt wurde nahezu vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt, den Wohngebieten in den Vororten<br \/>\nerging es fast genauso. Augenzeugen berichten, wie einsam der Turm der<br \/>\nLutherkirche aus dem Chaos herausgeragt h\u00e4tte und seine Eisenkonstruktion bis<br \/>\nzur Turmspitze gl\u00fchend rot gewesen sei, wie \u201eein zum Himmel zeigendes Mal\u201c. Bei<br \/>\neinem Angriff auf einen Munitionszug in Eckesey wurden sowjetische<br \/>\nKriegsgefangene, die im Arbeitseinsatz am Bahndamm waren, get\u00f6tet.<br \/>\nZu den schrecklichsten Ereignissen des n\u00e4chtlichen Angriffes z\u00e4hlt insbesondere<br \/>\nder Zufallstreffer einer Sprengbombe mit Verz\u00f6gerungsz\u00fcnder, die in eine<br \/>\nSeitenwand des \u00fcberf\u00fcllten Hochbunkers in der K\u00f6rnerstra\u00dfe eindrang und im<br \/>\nInnern des Stahlbetonwerkes explodierte. Keiner kennt die wirkliche Zahl der<br \/>\nOpfer. Es soll die verlustreichste Bunkerkatastrophe auf dem europ\u00e4ischen<br \/>\nKriegsschauplatz gewesen sein.<br \/>\nDie Toten des Angriffes wurden zum Teil in den zerst\u00f6rten Kirchen aufgebahrt<br \/>\nund am 21. M\u00e4rz 1945 mit einer schlichten Gedenkfeier am fr\u00fchen Morgen &#8211; wegen<br \/>\nder st\u00e4ndigen Luftangriffe &#8211; auf dem Remberg-Friedhof beigesetzt.<\/p>\n<p>Noch in den letzten Kriegswochen erfolgten auch in Hagen Mordaktionen durch die<br \/>\nGeheime Staatspolizei (Gestapo). Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und<br \/>\n-Zwangsarbeiterinnen sowie politische Gegner wurden u.a. in der Donnerkuhle bei<br \/>\nHagen &#8211; Eppenhausen hingerichtet.<\/p>\n<p>Viele Hagener Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft haben auf dem<br \/>\nRemberg-Friedhof eine letzte Ruhest\u00e4tte gefunden. Die Mahnung der Opfer fasst<br \/>\nBarbara Dobricks, geboren 1951, in deutliche Worte:<\/p>\n<p>10 Gebote f\u00fcr den Frieden<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen erkennen, was unser Sinn ist: Leben.<br \/>\nWir m\u00fcssen erarbeiten, was jeder braucht: Nahrung.<br \/>\nWir m\u00fcssen erm\u00f6glichen, was wir nicht entbehren k\u00f6nnen: Liebe.<br \/>\nWir m\u00fcssen ertragen, was wir unter Menschen finden: Widerspr\u00fcche.<br \/>\nWir m\u00fcssen erreichen, was uns voranbringt: Gemeinschaft.<br \/>\nWir m\u00fcssen erstreiten, was nicht selbstverst\u00e4ndlich ist: Recht.<br \/>\nWir m\u00fcssen erwecken, was uns lebendig macht: Fantasie.<br \/>\nWir m\u00fcssen erfragen, was wir nicht wissen: Vergangenheit.<br \/>\nWir m\u00fcssen erinnern, was wir nicht kennen: Krieg.<br \/>\nWir m\u00fcssen erk\u00e4mpfen, was menschlich w\u00e4re: Frieden im Frieden!<\/p>\n<p>__________________________________________________<\/p>\n<p><a title=\"Hagen-Altenhagen\" href=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=4341\">Hagen-Altenhagen<\/a><\/p>\n<p><a title=\"Hagen-Boele (Ev.FH)\" href=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=4325\">Hagen-Boele (Ev.FH)<\/a><\/p>\n<p><a title=\"Hagen-Boele (Kat.FH)\" href=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=4335\">Hagen-Boele (Kath.FH)<\/a><\/p>\n<p><a title=\"Hagen-Delstern\" href=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=4316\">Hagen-Delstern<\/a><\/p>\n<p><a title=\"Hagen-Haspe\" href=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=4306\">Hagen-Haspe<\/a><\/p>\n<p><a title=\"Hagen-Remberg\" href=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=4372\">Hagen-Remberg<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Verwaltungssitz: 58095 Hagen, Rathausstra\u00dfe 11 ***************************************************************** Auf 19 Kriegsgr\u00e4berst\u00e4tten im Stadtgebiet von Hagen ruhen insgesamt 3.396 Tote aus beiden Weltkriegen. 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