{"id":34194,"date":"2014-02-17T11:30:51","date_gmt":"2014-02-17T10:30:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=34194"},"modified":"2014-02-17T11:51:05","modified_gmt":"2014-02-17T10:51:05","slug":"rehbruecke-durchgangslager","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=34194","title":{"rendered":"Rehbr\u00fccke Durchgangslager"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bergholz-Rehbr\u00fccke<\/strong> Gedenkanlage am Bahnhof<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-34194 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=34207'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bergholz-Rehbr\u00fccke-Lager-Gedenktafel-21-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=34208'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bergholz-Rehbr\u00fccke-Lager-Gedenktafel-31-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=34206'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Bergholz-Rehbr\u00fccke-Lager-Gedenktafel1-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Inschrift:<\/p>\n<address style=\"text-align: center;\">\u00a0<em><strong>Gegen das Vergessen<\/strong><\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><em><strong>Im Jahr 1942 wurde in einem gro\u00dfem Waldst\u00fcck am Bahnhof Rehbr\u00fccke<\/strong><\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><em><strong>das Arbeiterdurchgangslager Rehbr\u00fccke f\u00fcr 1200 Insassen errichtet und<\/strong><\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><em><strong>im M\u00e4rz 1943 in Betrieb genommen.<\/strong><\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><em><strong>Hierher brachte man zwangsrekrutierte Menschen aus den von den<\/strong><\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><em><strong>Deutschen im Zweiten Weltkrieg besetzten L\u00e4ndern, haupts\u00e4chlich<\/strong><\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><em><strong>Belgier, Franzosen und Niederl\u00e4nder.<\/strong><\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><em><strong>Sie sollten im Deutschen reich die R\u00fcstungsindustrie<\/strong><\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><em><strong>und das \u00f6ffentliche Leben aufrechterhalten.<\/strong><\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><em><strong>Das Lager war Teil des Zwangsarbeitersystems der Nationalsozialisten,<\/strong><\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><em><strong>in dem Menschen aus den Krieg eroberten L\u00e4ndern<\/strong><\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><em><strong>als Arbeitssklaven dienten.<\/strong><\/em><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/address>\n<address style=\"text-align: center;\"><strong>B\u00fcrger der Gemeinde Nuthetal widmen diese Tafel dem Gedenken an geschehenes Unrecht.<\/strong><\/address>\n<address style=\"text-align: center;\">\u00a0<\/address>\n<p>Bericht aus der PNN 26.09.2005 von Juliane Schoenherr<\/p>\n<p><strong>Ehemaliger Zwangsarbeiter enth\u00fcllte am Sonntag Gedenktafel f\u00fcr Durchgangslager Bergholz-Rehbr\u00fccke<\/strong><\/p>\n<p>Ehemaliger Zwangsarbeiter enth\u00fcllte am Sonntag Gedenktafel f\u00fcr Durchgangslager Bergholz-Rehbr\u00fccke Von Juliane Schoenherr Nutheal &#8211; Tief bewegt waren die Zuh\u00f6rer von Frans Rasp\u00e9s Erz\u00e4hlungen am Freitagabend. Auch nach seinem Vortrag suchten viele noch das Gespr\u00e4ch mit dem 85-j\u00e4hrigen Holl\u00e4nder. Rasp\u00e9 war nach Bergholz-Rehbr\u00fccke gekommen, um von seiner Zeit im Rehbr\u00fccker Durchgangslager f\u00fcr Zwangsarbeiter zu erz\u00e4hlen. Eingeladen hatten dazu der Ortsverein und die Junge Gemeinde \u2013 gekommen waren Zuh\u00f6rer jeden Alters. Anlass der Begegnung war die Enth\u00fcllung einer Gedenktafel durch Rasp\u00e9 gestern Nachmittag am Bahnhof Rehbr\u00fccke. Die Tafel wurde auf Initiative des Ortsvereins Bergholz-Rehbr\u00fccke errichtet und soll an das Durchgangslager und die damit verbundenen Menschenschicksale erinnern. Frans Rasp\u00e9s kam 1943 in das Lager. Die Niederlande waren zu dieser Zeit bereits seit drei Jahren von der Wehrmacht und der SS besetzt. Zu Beginn der deutschen Besetzung war der 15-j\u00e4hrige Frans noch mit einem Freund auf das Schulhausdach seiner Heimatstadt Den Haag geklettert, um den Fliegern der deutschen Luftwaffe zuzuwinken. \u201eUnd die Soldaten haben zur\u00fcck gewunken, indem sie die Fl\u00fcgel zum Gru\u00df auf und ab bewegten,\u201c erz\u00e4hlt er und es scheint, als k\u00f6nne er es heute kaum noch glauben. Doch die in Holland anfangs verbreitete Sympathie f\u00fcr die Deutschen lie\u00df nach, als sich \u00dcbergriffe gegen Juden und Minderheiten h\u00e4uften. Als die Nazis 1943 von dem damals 18-j\u00e4hrigen Frans Rasp\u00e9 verlangten, Sch\u00fctzengr\u00e4ben auszuheben, weigerte er sich. Als Konsequenz f\u00fcr dieses Verhalten wurde er nach Potsdam-Rehbr\u00fccke abtransportiert. Dabei habe er noch Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck gehabt, so Rasp\u00e9, denn ein osteurop\u00e4ischer Befehlsverweigerer w\u00e4re wohl sofort erschossen worden. Im Rehbr\u00fccker Lager blieb der junge Holl\u00e4nder nur drei Wochen, weil man f\u00fcr einen B\u00fcroangestellten, der Rasp\u00e9 war, keine Verwendung hatte. Die Erinnerungen an diese relativ kurze Zeit haben sich ihm trotzdem unausl\u00f6schlich ins Ged\u00e4chtnis gebrannt: \u201eBesonders schlimm war der Hunger. Ich erinnere mich daran, wie mir ein deutscher Arbeiter ganz arglos erz\u00e4hlte, wie gut ihm der Apfelkuchen seiner Frau wieder geschmeckt habe. Wir hingegen bekamen nur karge Brotrationen.\u201c Nachts schliefen die ausl\u00e4ndischen Arbeiter, von denen die meisten aus den Niederlanden, Belgien und Frankreich kamen, auf Holzbrettern \u2013 ohne Matratze und ohne Decke. Und dennoch sagt Frans Rasp\u00e9 heute: \u201eDer Rehbr\u00fccker Lagerf\u00fchrer war ein anst\u00e4ndiger Mensch. So jung ich war, habe ich doch gef\u00fchlt, dass der Mann gro\u00dfes Mitleid mit uns hatte, aber nichts f\u00fcr uns tun konnte.\u201c Von Bergholz-Rehbr\u00fccke wurde Rasp\u00e9 nach Schlesien in eine deutsche Sprengstofffabrik gebracht. Dort musste er bis zur Befreiung durch die Rote Armee 1945 als Karteif\u00fchrer arbeiten. Die Lebensbedingungen dort waren dort so schlimm, dass Rasp\u00e9 an Tuberkulose erkrankte. Aber die schmerzvollste Erinnerung ist f\u00fcr ihn verbunden mit einem gelben Stern, der heute in einem Holzrahmen steckt und den Rasp\u00e9 vor seinen Rehbr\u00fccker Zuh\u00f6rern hoch h\u00e4lt. Geschenkt bekommen hat er ihn in dem schlesischen Lager von einer j\u00fcdischen Bekannten aus Den Haag, die er dort zuf\u00e4llig wieder traf. Sie ahnte, dass man sie in ein Vernichtungslager bringen w\u00fcrde und schenkte ihm ihren Stern zum Abschied. Er sah sie nie wieder. W\u00e4hrend er all dies erz\u00e4hlt, bleibt seine Stimme fest. Dass der Schmerz auch heute noch tief sitzt, verr\u00e4t ein leichtes nerv\u00f6ses Zucken in seinem Gesicht und eine f\u00fcr Augenblicke dunklere Gesichtsr\u00f6te, wenn er von besonders bewegenden Erinnerungen spricht. Ohne Bitterkeit sagt er: \u201eNach dem Krieg habe ich kaum an diese Zeit gedacht. Aber jetzt, wo ich alt bin, kehrt das alles zur\u00fcck.\u201c \u2013 eine nachdenkliche Pause entsteht. Dann gewinnt Rasp\u00e9s zuversichtliches Wesen wieder die Oberhand und er sagt: \u201eIn Rehbr\u00fccke habe ich den Unterschied kennen gelernt zwischen Nazis und Deutschen, denn nicht alle Deutschen waren Nazis und nicht alle Nazis waren Deutsche.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Bergholz-Rehbr\u00fccke Gedenkanlage am Bahnhof Inschrift: \u00a0Gegen das Vergessen \u00a0 Im Jahr 1942 wurde in einem gro\u00dfem Waldst\u00fcck am Bahnhof Rehbr\u00fccke das Arbeiterdurchgangslager Rehbr\u00fccke f\u00fcr 1200 Insassen errichtet und im M\u00e4rz 1943 in Betrieb genommen. 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