{"id":29905,"date":"2013-03-19T19:07:33","date_gmt":"2013-03-19T18:07:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=29905"},"modified":"2013-03-19T19:29:31","modified_gmt":"2013-03-19T18:29:31","slug":"b-frohnau-odf","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=29905","title":{"rendered":"B-Frohnau OdF"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Berlin-Frohnau<\/strong> Gedenken an die Opfer des NS-Regimes<\/p>\n<p>Gedenkstein vor der Kirche, Zeltinger Platz 18<\/p>\n<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-29905 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=29917'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Berlin-Frohnau-Gedenkstein-NS-Opfer-3-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=29915'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Berlin-Frohnau-Gedenkstein-NS-Opfer-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?attachment_id=29916'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/Berlin-Frohnau-Gedenkstein-NS-Opfer-2-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Hierzu ein Bericht aus dem Sonderheft &#8222;JOHANNESKIRCHE&#8220; vom November 2011<\/p>\n<p><strong>Gedenken und Erinnern<\/strong><br \/>\n\u201eDie Betrachtenden sollen sich zum Zwecke des Lesens vorbeugen m\u00fcssen\u201c, so wollte es Christel Burmeister-Gronau, als sie das Mahnmal f\u00fcr verfolgte Frohnauer Juden f\u00fcr den Frohnauer Kirchplatz gestaltete. Au\u00dferdem sollte es keine \u00fcberstehenden Ecken und Kanten am Sockel haben, um nicht \u201eGefahrenpunkte f\u00fcr Kinder\u201c zu erzeugen. Aber so<br \/>\nrund und glatt, dass es nicht anecken w\u00fcrde, konnte das Mahnmal gar nicht sein!<\/p>\n<p>Der durchaus kontroverse Ursprungsplan war, eine Gedenktafel auf der Zeltinger Br\u00fccke zu errichten; so hatte es die SPD 1998 im Reinickendorfer Kulturausschuss beantragt. Die CDU aber \u00fcberstimmte den Antrag, denn es \u201ek\u00f6nne die Bewohner des Ortsteils Frohnau in Verruf bringen, wenn man ohne historische Hintergr\u00fcnde in einem kleinen Ortsteil ein solches Mahnmal\u201c aufstelle. So sah es die Vorsitzende des Kulturausschusses.<\/p>\n<p>Ein Jahr zuvor hatten Frohnauer Jusos mit einer Ausstellung im Gemeindesaal der Johanneskirche an die Schicksale von 20 verfolgten Frohnauer Juden erinnert, und sie hatten am 9. November 1997 einen Gedenk-Spaziergang zu verschiedenen Adressen initiiert, an denen als Juden verfolgte Frohnauer gewohnt hatten. Ein Flugblatt enthielt kurze biographische Angaben. Historische Hintergr\u00fcnde waren also vorhanden, und in Frohnau war man an dem Thema durchaus interessiert: \u00dcber 200 Personen haben an dem immerhin 3,5 km langen Marsch teilgenommen. Mit der offiziellen Absage des Bezirks wollte man es dann nicht bewenden lassen, und damit bekam die Initiative eine neue Zielrichtung. Die Kirchengemeinde Frohnau setzte eine Arbeitsgruppe ein, die ein Mahnmal planen sollte \u2013 f\u00fcr den Kirchplatz. Gemeinsam mit der K\u00fcnstlerin Christel Burmeister-Gronau wurde der Entwurf entwickelt, wie wir ihn heute kennen. Er beruht auf verschiedenen Leitgedanken:<br \/>\n\u2022 Wegen der zentralen Rolle der Judenverfolgung innerhalb der Verfolgungs- und Vernichtungspolitik des Dritten Reiches soll bewusst dieser Gruppe gedacht werden.<br \/>\n\u2022 Der Begriff \u201eJ\u00fcdische Nachbarn\u201c betont das Herausrei\u00dfen von Menschen aus dem engen Zusammenleben und soll den Blick auf das Wohngebiet richten. Dazu geh\u00f6rt auch das Motiv vom Frohnauer \u201ePuzzle\u201c mit den fehlenden St\u00fccken, ob mit oder ohne Namen.<br \/>\n\u2022 Verfolgt \u2013 vertrieben \u2013 ermordet benennt verschiedene Stadien und Dimensionen der vergangenen Verfolgung. Das Vergessen? fragt die Betrachter nach dem Heute und nach ihrer eigenen Einstellung. Die Platte wurde zuerst als Tonmodell gearbeitet, von dem dann nach<\/p>\n<p>Ausstellung und Diskussion in der Gemeinde ein Bronzeguss angefertigt wurde. F\u00fcr den Sockel standen Bronze, Granit oder gr\u00fcner Serpentin zur Auswahl; Letzterer ist es schlie\u00dflich geworden. Und \u2013 ein kleines Detail, aber es zeigt auch den kontroversen Rahmen dieses Gedenkens \u2013 es wurde eigens von der K\u00fcnstlerin eine Anti-Graffiti-<br \/>\nBeschichtung aufgetragen. Am 8. November 2000 konnte das Mahnmal eingeweiht werden.In den zehn Jahren seit der Errichtung sind die schimmernde Platte und ihr unauff\u00e4lliger Sockel fester Bestandteil des Kirchplatzes geworden. Daran kn\u00fcpft nun auch eine Tradition an: Jedes Jahr am 9. November erinnert die Frohnauer Kirchengemeinde in einer Veranstaltung an den Pogrom von 1938 und die Judenverfolgung. Das Gedenken ruht somit auf zwei S\u00e4ulen: das \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche, zentrale und dabei stumme Mahnmal einerseits und die lebendige Erinnerung mit Musik, Texten und Gebeten andererseits. Es ist letztlich eine gl\u00fcckliche Entwicklung, dass es nicht zu einer \u201epolitischen\u201c Tafel auf der Br\u00fccke gekommen ist. Eine Gedenktafel als Instrument f\u00fcr politische Besserwisser, als moralischer Zeigefinger in Messing \u2013 so schl\u00e4gt der Gedanke des Erinnerns sicher nicht Wurzeln. Konfrontation f\u00fchrt zu Ablehnung. Es geht nicht darum, anzuprangern und Schuldgef\u00fchle zu erzeugen, sondern es geht um eine leise Frage: Wie h\u00e4ttest du dich verhalten?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Berlin-Frohnau Gedenken an die Opfer des NS-Regimes Gedenkstein vor der Kirche, Zeltinger Platz 18 Hierzu ein Bericht aus dem Sonderheft &#8222;JOHANNESKIRCHE&#8220; vom November 2011 Gedenken und Erinnern \u201eDie Betrachtenden sollen sich zum Zwecke des Lesens vorbeugen m\u00fcssen\u201c, so wollte &hellip; <a href=\"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/?page_id=29905\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":0,"parent":29899,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-29905","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/29905","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=29905"}],"version-history":[{"count":10,"href":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/29905\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29923,"href":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/29905\/revisions\/29923"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/29899"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.denkfried.de\/wp\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=29905"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}